HCV-Therapiebeginn
Akute Hepatitis C–Infektion:
nicht jede akute Hepatitis C Infektion geht in ein chronisches Stadium über. Insbesondere die symptomatische, also mit Beschwerden einhergehende Infektion kann auch spontan ausheilen (Gerlach et al. Gastroenterology 2003;125:80-8). Unter Umständen kann also der Verlauf der akuten Hepatitis C zunächst engmaschig kontrolliert und abgewartet werden, ob es zu einer spontanen Ausheilung kommt. Ist das nicht der Fall, sollte die Entscheidung für eine medikamentöse Behandlung der akuten Hepatitis C unter Abwägung von Nutzen und Risiken zusammen mit einem/r erfahrenen Behandler/-in getroffen werden.
Festzuhalten ist, dass die verfügbaren alpha-Interferone nicht zur Therapie der akuten Hepatitis C zugelassen sind.
Chronische Hepatitis C–Infektion:
nach Möglichkeit wird die chronische Hepatitis C mit einer Kombination aus einem pegylierten („Verzögerungs-„) alpha-Interferon und Ribavirin behandelt. Der optimale Zeitpunkt für den Beginn der Behandlung kann für verschiedene Erkrankte unterschiedlich sein. Sie sollte erst dann beginnen, wenn der/die Patient/-in dafür bereit ist. Gut informiert zu sein ist die Grundlage, so eine Entscheidung zu treffen. Manchmal können bestimmte Lebensumstände, andere Erkrankungen oder medikamentöse Therapien einer Therapie der chronischen Hepatitis C entgegenstehen.
Da der Behandlungserfolg mit zunehmender Erkrankungsdauer und Leberschädigung (u.a. Marotta et al Abstract #358 AASLD 2006, Canadian POWeR Study) abnehmen kann und in fortgeschrittenem Lebensalter andere Erkrankungen erschwerend hinzu kommen können, sollte mit dem Therapiebeginn nach Möglichkeit nicht zu lange gewartet werden.
Nach Beginn der antiviralen Therapie der chronischen Hepatitis C, meist mit einem pegylierten Interferon und Ribavirin, findet in regelmässigen Abständen eine Erfolgskontrolle statt, indem die sogenannte Viruslast (HCV-PCR) im Blut gemessen wird.
- RVR = Rapid Viral Response
Zur Woche 4 nach Therapiebeginn lässt sich bereits keine Virusvermehrung mittels PCR-Verfahren mehr im Blut feststellen, die Viruslast ist unterhalb der Nachweisgrenze (eines empfindlichen Tests!).
- cEVR = Complete Eearly Viral Response.
Zur Woche 12 nach Therapiebeginn lässt sich keine Virusvermehrung mittels PCR-Verfahren mehr im Blut feststellen, die Viruslast ist unterhalb der Nachweisgrenze (eines empfindlichen Tests!).
- EVR = Eearly Viral Response.
Zur Woche 12 nach Therapiebeginn ist die Viruslast mindestens um den Faktor hundert (= 2 Logarithmusstufen oder 2 log10) abgefallen, ist aber mit einem empfindlichen Test noch messbar.
- ETR = End Of Treatment Response.
Am Ende der Therapie lässt sich keine Virusvermehrung mittels PCR-Verfahren mehr im Blut feststellen, die Viruslast ist unterhalb der Nachweisgrenze (eines empfindlichen Tests!).
- SVR = Sustained Viral Response.
Auch 6 Monate nach Ende der Therapie lässt sich keine Virusvermehrung mittels PCR-Verfahren mehr im Blut feststellen, die Viruslast ist unterhalb der Nachweisgrenze (eines empfindlichen Tests!). Es handelt sich um ein dauerhaftes Therapieansprechen („Heilung").
